Helena Gässler

Die Seele eines Spukhauses

29.12.2021

 

 

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Magnolia Feyler ist Exorzistin für Spukhäuser, oder um es mit ihren eigenen Worten zu sagen: Sie ist eine Häuserflüsterin. Ihr Ziel ist es nicht, einen Geist oder Spuk mit aller Gewalt aus einem Haus zu jagen, sondern sie möchte die Häuser heilen. Sie möchte das Böse, das innerhalb ihrer Mauern geschah, verstehen und der Ursache auf den Grund gehen, Damit wendet sie Methoden an, die in ihrer Gilde nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen, doch der Erfolg gibt ihr Recht. Bis sie an ihren schwersten Fall gerät: Das Schloss Shaw Manor. Hier spukt es seit Jahrzehnten, und zwar nicht nur ein bisschen Gläserklappern, sondern so, dass Menschen verschwinden.

Aber selbst die berühmte Häuserflüsterin kommt hier an ihre Grenzen und bringt sich selbst in große Gefahr.

 

Dieses Buch besticht auf den ersten Blick durch seine Optik, wie so oft bei den Werken aus dem Drachenmond Verlag. Ich finde das Cover, gestaltet von Marie Graßhoff, so unglaublich schön mit diesem Sammelsurium aus mysteriösen Dingen. Es zeigt einige Gegenstände der Ausrüstung Magnolias, die in dem Buch teilweise eine wichtige Rolle spielen. Im Innenteil geht es dann weiter mit der wunderbaren Gestaltung, jede Seite ist „steampunkig“ illustriert und es macht einfach Freude, dieses Buch durchzublättern. Immer wieder hält Magnolia ihre Erlebnisse in ihrem Logbuch fest, was durch eine Schriftart gekennzeichnet ist, die einer Handschrift nahe kommt. Was optisch definitiv punktet, hat meinen Lesefluss allerdings ein kleines bisschen gestört, Druckbuchstaben lese ich einfach schneller. Andererseits war ich so gezwungen, das Ganze etwas mehr auf mich wirken zu lassen, insgesamt gibt es bei der optischen Gestaltung also viel mehr positive als negative Aspekte.

Inhaltlich hat mir der Anfang des Buches schon mal sehr gefallen, weil es gleich so schön spukig losgeht. Im Verlauf sind dann manche Geschehnisse schon sehr abstrus, aber man darf nicht vergessen: es ist schließlich ein Steampunk bzw. Fantasy-Roman, da darf die Welt ruhig ein bisschen anders sein, als gewohnt.

Im letzten Drittel gibt es sehr viel Action, die Ereignisse überschlagen sich und mir war es eine Zeitlang fast zu temporeich, die Dinge passierten schneller, als ich sie begreifen konnte. Das Ende an sich hat mir dann sehr gut gefallen, es ist sehr emotional und löst die Geschichte sehr schön auf.

Die Figuren wirken so authentisch, wie es in solch einem Setting eben möglich ist, Magnolia entwickelt sich deutlich weiter und gewinnt immer mehr Sympathiepunkte. Sehr gut gefallen hat mir auch ihre Rückerinnerung im Mittelteil, die ihre Geschichte und ihre Beweggründe deutlich macht. Meine Lieblingsfigur ist jedoch eine nichtmenschliche, wegen der Spoilergefahr werde ich darüber nichts weiter erzählen.

Der Schreibstil ist locker und angenehm zu lesen. Was man nicht erwarten sollte, ist eine wirklich gruselige Spukhausgeschichte, es ist tatsächlich viel mehr ein Steampunk bzw. Urban Fantasy Roman als eine Geisterstory. Horrorfans werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. Wer aber ein bisschen düstere Fantasy mit schrägen Figuren und interessantem Setting mag, ist hier gut aufgehoben, ebenso natürlich jene Leser, die sich für eine schöne Optik im Regal begeistern können.

Insgesamt haben mir Idee und Aufmachung sehr gut gefallen, nur einzelne Szenen waren mir zu abstrus. Eine Leseempfehlung gibt es von mir aber auf jeden Fall.

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