Band 1
19.12.2021
Die Seefahrer Asleif Phileasson und Beorn der Blender sind zwar sehr unterschiedliche Charaktere, aber sie vereint ein Ziel: Beide wollen sich mit dem Titel „Der König der Meere“ schmücken. Um dies zu erreichen, bekommen sie eine große Aufgabe gestellt: Innerhalb von achtzig Wochen müssen sie den gesamten Kontinent Aventurien umrunden und dabei einige Prüfungen bestehen, an die sich vorher noch nie ein Mensch herangetraut hat. Und sie gefährden dabei nicht nur das eigene Leben ...
Diese Abenteuerfahrt lag schon lange in meinem Regal bereit und ich kann nicht sagen, warum sie dort solange warten musste. Vielleicht war es die Angst vor lauter neuen Wesen, Namen und Orten, die ein solcher Roman mit sich bringt. Oft braucht es dann eine ganze Zeit, um in der Geschichte heimisch zu werden. Diese Sorge ist bei diesem Buch allerdings völlig unbegründet, trotz der Viefalt an Gestalten hatte ich gar keine Probleme, in die Handlung zu finden und habe auch das Glossar bzw. das Personenverzeichnis während des Lesens nicht einmal zu Rate gezogen. Am Ende des Buches fand ich dies (ebenso wie die Landkarte) jedoch nochmal ganz spannend, um mich noch weiter in die Geschichte Aventuriens einzufinden.
Gleich zu Beginn wird dem Leser schon klar gemacht, dass man es hier nicht mit einer seichten Heile-Welt-Geschichte zu tun hat, an Brutalität mangelt es in dieser Welt nicht. Hat mir gut gefallen und dafür gesorgt, dass ich von Beginn an weiterlesen wollte.
Die Figuren sind sehr eigen gestaltet, jede hat eine eigene Art zu handeln oder zu sprechen und auch die verschiedenen Wesen sind gut zu unterscheiden. Dabei treffen wir auf ganz klassische Wesenheiten der Fantasy, Elfen zum Beispiel, aber auch auf Neuerungen: Von Schneeschraten und Eisigeln hatte ich vorher noch nichts gelesen.
Es gibt keine langweiligen Passagen, interessante Ortsbeschreibungen werden schnell wieder von Handlungen abgelöst, diese Mischung finde ich sehr gelungen.
Positiv aufgefallen ist mir auch, dass Frauen wie Männer Herrscherinnen oder Krieger sein können.
Beorn der Blender ist bis jetzt noch der unsympathischere der beiden Wettkämpfer, Phileasson dagegen konnte reichlich Pluspunkte sammeln. Ich bin gespannt, ob das in den Folgebänden so bleibt.
Der Schluss ist passend, dieser erste Teil der Geschichte ist abgeschlossen und es gibt keinen nervigen Cliffhanger. Trotzdem gibt es einen Ausblick auf Band zwei und auf den freue ich mich schon sehr. Insgesamt ist die Geschichte auf 12 Bände angelegt, wovon die allermeisten schon erschienen sind (was mir gut gefällt, so kann ich die Abenteuerreise gleich weiterbegleiten).
So weit ich weiß, basiert die Geschichte auf dem Rollenspiel „Das schwarze Auge“, in dem Bereich kenne ich mich jedoch gar nicht aus und bin überhaupt nicht aussagefähig. Ich habe dieses Buch ganz unvoreingenommen als Fantasyfan gelesen und genauso werde ich es auch mit den nächsten Bänden tun. Ebenfalls genauso bekommen auch alle (High)fantasyfans eine Leseempfehlung von mir, es macht wirklich Spaß, die beiden Kapitäne und ihre Mannschaft zu begleiten