Märchenspinnerei Band 8
Eine anrührende und stimmungsvolle Liebesgeschichte, hummelig verzaubert, schnell wie der Wind und eichhörnchensüß.
Eine komische Überschrift? Ja, natürlich. Sie betitelt ja auch eine magische und zauberhafte Geschichte, eine Märchenadaption nämlich, die auf dem russischen Märchen „Zar Saltan“ basiert.
Alle Elemente, auf die die Überschrift verweist, spielen tatsächlich eine Rolle.
Schnell ist die Geschichte auf jeden Fall, ganz märchentypisch wird ein Lebensabschnitt in relativ kurzer Zeit erzählt. Trotzdem ist diese Liebesgeschichte um die Protagonisten Anna und Viktor unglaublich anrührend beschrieben.
Die beiden erblicken sich in einem Restaurant und vergucken sich sofort ineinander. Er – der reiche Geschäftsmann und sie, die junge Literaturstudentin. (Und bevor jemand auf komische Ideen kommt: Dies ist die einzige Ähnlichkeit zu dem Buch um Mr. Grey).
Keiner traut sich jedoch, den anderen anzusprechen. Durch Zufall (oder Magie?) treffen die beiden sich in einer Dating-TV-Show wieder, verlieben sich endgültig, heiraten und wenn sie nicht gestorben sind...
Na ja, nicht ganz.
So einfach geht es dann natürlich nicht mal im Märchen. Ab hier nimmt die Geschichte nämlich noch eine ganz andere Wendung, es wird dramatisch, unheimlich und auch ein Verrat wird eine große Rolle spielen. Und dann wird es magisch, süß und tatsächlich hummelig.
Ein Märchen wirkt auch zwischen den Zeilen, mit dem, was eben nicht wirklich beschrieben wird. Genau dies funktioniert hier wunderbar. Ich war beim Lesen gerührt, habe mitgefiebert, bin zeitweise durch die Seiten gehetzt, nur um zu erfahren, wie das Ganze ausgehen wird. Die Stimmung in dieser Geschichte ist einfach zauberhaft, anders kann ich mir nicht erklären, wie es ausgerechnet eine Liebesgeschichte schaffen konnte, mich so zu begeistern. Eigentlich beinhaltet sie genau das, was mich nicht gerade vom Hocker reisst: Junge Studentin angelt sich Millionär, ein bisschen Aschenputtel, ein bisschen Pretty-Woman und ganz viel Gefühl. Nett, aber sonst nicht mein präferiertes Genre. Eigentlich.
Diese Geschichte hat mich trotzdem vollends gefangen. Vielleicht ist es das märchenhafte, vielleicht auch der Umstand, dass ich weder das Original, noch russische Märchen insgesamt kenne.
Ganz sicher war es aber der Schreibstil der Autorin, der mich überzeugt hat. Trotz der Geschwindigkeit, in der das Buch an mir vorbei flog, wirkten die Figuren bzw. ihre Gefühle unglaublich echt. Dies finde ich insbesondere deswegen bemerkenswert, weil die ganze Geschichte eben märchentypisch an der Oberfläche bleibt und entsprechend stereotyp angelegt ist. Und trotzdem wirkt sie.
Irgendeinen Grund wird es haben, dass Märchen bis heute funktionieren und immer Anhänger finden. Welcher auch immer es ist, er steckt auch in diesem Buch.
Ich würde es definitiv nochmal lesen und finde keinen einzigen Grund, der gegen eine Weiterempfehlung spräche.
Hier beschreibt die Autorin selbst, warum sie sich gerade für diese Geschichte entschieden hat: http://maerchenspinner.layeredmind.de/news/neu-mit-zarin-saltan-von-katherina-ushachov-den-zauber-russischer-maerchen-spueren/
Ebook, 2017