8.1.2022
Metal.
Ziemlich düster, aber mit Melodie.
Nur eine Unterschrift trennt Christina Stockert und ihre Band vom heiß ersehnten musikalischen Durchbruch. Der angesagten Metal-Band Stormkillers fehlt kurzfristig der Support für die erste Hälfte ihrer Tour – und Chris soll mit ihren Freunden einspringen. Ausverkaufte Hallen und die Chance auf ein klein wenig Sichtbarkeit und Ruhm im Schatten der waschechten Rockstars klingen verlockend, auch wenn Kay, Dee, Noctis, Ty und Bas nicht gerade den Ruf haben, besonders kollegial zu sein. Oder freundlich.
Leider bemerkt Chris zu spät, dass der Kampf gegen einen sadistischen Tontechniker ein Kinderspiel im Vergleich zu dem ist, den sie gegen ihre eignen Dämonen führen muss. Je näher sie dabei Kay und den anderen kommt, desto tiefer verstrickt sie sich im Chaos – denn etwas unnatürliches umgibt die Stormkillers. Unnatürlich und extrem anziehend.
Der Einstieg in das Buch ist wunderbar gelungen, er zeigt zum einen das normale Tourchaos der Bands, zum anderen wird der Leser auch gleich auf die dämonischen Aspekte des Buches eingestimmt, der Start ist schonmal spannend.
Gleich im ersten Viertel des Buches wird es schon ein bisschen blutig, was meinen Lesevorlieben sehr entgegen kommt. Im weiteren Verlauf bleibt es düster, die Geschichte entwickelt sich jedoch immer mehr in Richtung Dark Romance und wird stellenweise wirklich emotional.
Der Schreibstil ist sehr bildlich und angenehm zu lesen, zeitweise ziemlich humorvoll, sarkastisch und modern.
Gut gefallen hat es mir, dass die Autorin nicht nur aus der Perspektive der Protagonisten erzählt, sondern dass auch eine andere Sicht möglich ist.
Die Figuren sind anschaulich ausgestaltet und ihre Namen sehr passend gewählt (wenn auch manchmal in der Langform beim besten Willen nicht aussprechbar).
Die Spannung bleibt während der gesamten Geschichte aufrecht und ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen.
Was ich gerne noch mehr gelesen hätte, ist der Bezug zum Metal. Klar, die beiden Bands sind Metal-Bands, das erfahren wir als Leser. Aber zum Beispiel nicht, welches Metalgenre sie spielen, was das ganz besondere dieser Musik ausmacht. (Ich tippe zumindest bei den Stormkillers aufgrund ihrer Attitüde auf Black Metal ;-)) In manchen Aussagen der Protagonisten hört man schon ein bisschen raus, welche Musik sie machen und mögen und die Aufmachung des Buches zeigt dies auch deutlich. Aber meinetwegen hätte es davon noch mehr geben können.
Das Ende ist unerwartet und fies, leider genau deswegen allerdings auch toll und ich werde ganz sicher auch den zweiten Band dieser (geplanten) Trilogie lesen. Ich hoffe auf baldige Fortsetzung ;-)
Meine Leseempfehlung geht besonders an die Fans von Dark Romance-Geschichten.