Nadja Roth

Märchenblut

31.12.2021

 

 

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Elli Werner hat die Nase voll von ihrem alten Leben. Nach der Trennung von ihrem Freund beschließt sie, ganz neu anzufangen und es verschlägt sie nach Schifferstadt. Sie wird bei der hiesigen Mordkommission sofort freundlich als Kollegin aufgenommen, nicht ahnend, dass hier ihr schlimmster Fall auf sie warten wird. Es beginnt mit einer bestialisch verstümmelten Frauenleiche sowie einem Märchenzitat und endet in maßlosem Grauen. Ein Serienmörder versetzt die Stadt in Angst und Schrecken, immer mit dabei Zitate der Gebrüder Grimm, die so gar nichts mehr mit Kindermärchen zu tun haben.

 

Auf dieses Buch bin ich durch Zufall gestoßen, als ich auf der Seite des Sadwolf Verlags gestöbert habe. Bisher ging ich immer davon aus, hier ausschließlich Fantasy zu finden, aber tatsächlich hat dieser Verlag auch ein paar Thriller im Programm.

Das Cover sah spannend aus, der Klappentext klang interessant (ich liebe Märchen) und so habe ich mal kurz reinlesen wollen. Und dann geschah, dass, was ich am meisten beim Lesen liebe: Ich hatte ein Schätzchen gefunden und das Buch innerhalb von zwei Tagen beendet. Das lässt also darauf schließen: Es hat mir gefallen und zwar ziemlich gut.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, die Sprache ist locker, passend zum Genre gewählt und es gibt keine Stellen, an denen es hakelig wurde.

Die Figurengestaltung hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, Elli Werner ist authentisch, wenn auch manchmal vielleicht ein bisschen zu sehr auf ihre Liebesgeschichte fixiert und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Sie sowie ihre Kollegen habe ich schnell kennenlernen können und auch die anderen Figuren habe ich so wahrgenommen, wie es wahrscheinlich von der Autorin beabsichtigt war.

Die Perspektiven wechseln und manchmal dürfen wir als Leser in den Kopf des Täters schauen und ganz ehrlich, der Typ ist wirklich psychopathisch und durchgeknallt. Allerdings erklären Rückblicke auch, wie es dazu kam und dies hat mir sehr gefallen. Man könnte sagen, das ganze ist ein bisschen klischeehaft, aber ich mag genau das an Thrillern: Ich möchte Spannung, durchaus brutale Handlungen und ein Ende, das alles auflöst. All diese Punkte sind hier gegeben und deswegen bin ich wirklich sehr zufrieden damit, diesen Roman gefunden zu haben.

Brutal geht es auf jeden Fall zu, der Täter ist nicht zimperlich und die Autorin beim Beschreiben auch nicht. Gleich im Prolog geht es schon los und die Spannung bleibt durchweg bestehen.

Das Ende rundet das Ganze ab, es ist schlüssig und es gab unerwartete Wendungen samt Aha-Erlebnissen. Der Plot hat mir sehr gefallen und insbesondere der Bezug zu Grimms Märchen ist toll zu lesen.

Dies ist der erste Band von bisher zwei um Elli Werner und den zweiten werde ich auf jeden Fall auch lesen. Insgesamt gibt es von mir eine uneingeschränkte Empfehlung für Thrillerfans.

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