Mathijs Deen

Der Holländer

20.03.2022

 

263 Seiten, Hardcover, Mare Verlag

 

Klappentext:

Es soll eine ruhige Fahrt übers Wattenmeer für Geeske Dobbenga werden, die letzte vor ihrer Pensionierung beim niederländischen Grenzschutz. Doch in der Emsmündung stößt ihr Patrouillenboot auf eine Leiche. Bevor die Flut sie wegträgt, bringen Geeske und ihre Mannschaft sie nach Delfzijl in den Niederlanden. Damit beginnen die Probleme: Der Tote war Deutscher, und sein Fundort liegt in umstrittenem Grenzgebiet. Während der Streit um die Zuständigkeit beiderseits der Grenze eskaliert und die Fragen rund um den toten Wattwanderer sich häufen, schickt die Bundespolizei See in Cuxhaven heimlich einen Ermittler nach Delfzijl: Liewe Cupido, gebürtiger Deutscher, aber auf der niederländischen Insel Texel aufgewachsen. Seine deutschen Kollegen nennen diesen eigenwilligen, schweigsamen Typen: den Holländer. Wer, wenn nicht er, könnte den Fall lösen?

 

Rezension:

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Das Buch beginnt leise und gemächlich, auch wenn es gleich einen Toten gibt. Die Figuren wirken alle bedacht, eher in sich gekehrt, und passen so gleich in das Bild des typischen Norddeutschen (ob dieses Klischee auf Holländer auch zutrifft, weiß ich nicht). Die Dialoge sind schön schräg und trocken, insgesamt sind die Protagonisten gerade durch ihre direkte Art schnell zu Sympathieträgern geworden. Vor allem der titelgebende Holländer ist eine tolle Figur, taktisch, intelligent und sehr überlegt in seinen Handlungen. Auch der Pathologe hat mir sehr gefallen, sein Hang zum Zitieren großer Werke hat die düstere Grundstimmung ein bisschen aufgelockert.

In jeder Zeile liest man die Liebe zum Meer, zum Watt, zum Wind und dem Lebensgefühl dort. Beim Leser erweckt dies das Gefühl, wirklich den Schlick zwischen den Zehen zu spüren und vor allem im weiteren Verlauf, als es auch zu dunkleren Szenen kommt, ist dies sehr eindrücklich. Denn natürlich birgt diese Natur auch Gefahren und die werden deutlich geschildert.

Das Buch nimmt immer mehr an Spannung auf und wird mysteriöser.

Das Ende ist gut und passend, alles wird logisch aufgelöst.

Es ist eine sehr stimmungsvolle Geschichte mit einem wunderbaren Schreibstil, er zeigt deutlich, wie nah Liebe und Gefahr beieinander liegen, bei Mensch und Natur. Die Atmosphäre bleibt durchweg verhalten dröge, düster und eben so, als wäre man mittendrin in einem dunklen Abenteuer am Meer.

Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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