Marco Hasenkopf

Eisflut 1784

19.02.2022

 

Emons, 336 Seiten, Taschenbuch

 

Klappentext:

Ein faszinierender Kriminalroman inmitten der größten Naturkatastrophe der frühen Neuzeit.

Cöln 1784: Mitten im härtesten Winter seit Menschengedenken geht ein Serienmörder in der Stadt um. Amtmann Henrik Venray und die eigenwillige Apothekerwitwe Anna-Maria Scheidt begeben sich auf die Jagd nach ihm und müssen nicht nur gegen eine Bestie in Menschengestalt, sondern auch gegen Kälte und Hunger kämpfen. Zu allem Überfluss droht eine Schmelzwasserflut von unvorstellbarem Ausmaß über Cöln und das Rheinland hereinzubrechen.

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Rezension:

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Audiorezension:
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Der Einstieg in diese Geschichte gestaltet sich gleich spannend mit einem Mord, ich war ziemlich schnell in der Geschichte gefangen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, wenn man sich erstmal an die zeitgenössische Sprache gewöhnt hat. Hier hat der Autor eine gute Mischung gefunden: Er verwendet Begriffe und Namen, die in der Frühen Neuzeit üblich waren, schreibt den Text aber trotzdem so verständlich, dass ich gut folgen konnte. Dieser Schreibstil ist sicherlich auch für die eigentümliche Stimmung des Buches verantwortlich, die von Beginn an zu spüren ist. Es wirkt kalt und bedrohlich und nicht nur die drohende Eisflut ist immer als Gefahr im Hintergrund präsent.

Der Protagonist, Amtmann Venray, ist ein sehr sympathischer Zeitgenosse, der mit seinen modernen Ansichten und seiner Menschlichkeit (trotz seines hohen Amtes) punktet. Er wirkt, ebenso wie die anderen Figuren, authentisch und es macht Spaß, ihn zu begleiten. Gut gefallen hat mir ebenfalls, dass auch den Frauen starke Rollen zugedacht wurden.

Neben den fiktiven Verbrechen werden auch gesellschaftliche Missstände angeprangert, die leider wohl nicht ganz so fiktiv sind oder waren, dies hat mir sehr gefallen und mich nachdenklich gemacht. Der Autor versteht es gut, mit dem Finger in der Wunde zu stochern und die Aufmerksamkeit des Lesers in die gewünschte Richtung zu lenken.

Einige Szenen sind wirklich sehr brutal und stellenweise unfassbar böse, was die dunkle Gesamtstimmung noch mehr befeuert. Während des Lesens ist die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm immer spürbar.

Spannend ist das ganze Werk, zum Schluss hin steigert sich dieses nochmal sehr. Das Ende an sich ist rund und schön aufgelöst, Emotionen kommen hier nicht zu kurz.

Die Geschichte der Flut basiert auf realen Geschehnissen und ist sehr gut recherchiert, was das Buch noch eindrucksvoller wirken ließ.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

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