Klaus Peter Wolf

Ostfriesenblut

Band 2

Ein intelligenter Killer treibt in Norddeich sein Unwesen, um auf begangenes Unrecht aufmerksam zu machen

 

 

Dies ist der zweite Fall von Ann Kathrin Klaasen und ihrem Kollegen Frank Weller, und die Kommissarin ist hier auf eine sehr persönliche Art und Weise verwickelt.

Es beginnt damit, dass die Leiche einer älteren Dame vor ihrer Haustür abgelegt wird, und endet in einem finsteren Gebäude und mit reichlich Blut und Foltermethoden.

Lange Zeit habe ich mich gegen diese Serie von Klaus Peter Wolf gesträubt, weil ich dachte, es handele sich um einen Krimi, nicht um einen Thriller. Langatmige Ermittlungsarbeiten stören mich aber schnell, daher die anfängliche Skepsis. Aber schon der erste Band hat mich überzeugt und bei diesem vorliegenden war es nicht anders. Sicherlich ist viel Ermittlungsarbeit enthalten, was wohl tatsächlich eher für das Genre des Krimialromans sprechen würde. Aber die Mordmethoden und Ideen des Täters sprechen doch eine ziemlich brutale und blutige Sprache. Für mich ist es also ein gelungener Mix, spannend und durchaus mit Gänsehautmomenten.

Was mir auch sehr gefällt, ist die persönliche Ebene. Der Leser erfährt viel über die Protagonisten und ich mag Ann Kathrin Klaasen, trotz (oder auch gerade wegen) ihrer Bissigkeit und Sturheit.

Der Autor versteht es, seinen Figuren Leben einzuhauchen. Die Trennung von ihrem Noch-Ehemann, das Verhältnis zu ihrem Kollegen Weller, die schwierige Situation bezüglich ihres Sohnes – all das wird wunderbar zwischen die laufenden Ermittlungen gepackt. Die Gefühle der Figuren wirken authentisch, ihre Handlungen nachvollziehbar. Ich werde Band drei schon allein deswegen lesen, weil ich wissen will, wie diese Dreiecksbeziehungen weitergehen.

Nebenbei bin ich schlichtweg ein großer Nordsee- und Ostfrieslandfan, die Orte, die der Autor so anschaulich beschriebt wecken auch immer Urlaubserinnerungen. Mir gefällt es, Geschichten zu lesen, die an realen Orten spielen, auch wenn ich natürlich lieber nicht in der Haut der Protagonisten stecken möchte.

Das Ende des Buches wartet nochmal mit einer ordentlichen Portion Spannung auf, und tatsächlich kann man den Täter sogar ein kleines bisschen verstehen. Seine Handlungen sind nicht rational und ganz bestimmt psychopathisch, aber wenn man im Laufe des Buches seine Vorgeschichte kennenlernt, sind sie wenigstens verständlich.

Der Schreibstil gefällt mir sehr, auch wenn ich beim ersten Band noch begeisterter war. Sämtliche Beschreibungen sind ausführlich genug, um direkt im Geschehen zu sein, trotzdem nicht zu langatmig. Der Spannungsaufbau ist angenehm steigend und die Perspektivenwechsel zwischen Täter und Ermittler sorgen für Abwechslung.

In meinen Augen ist es ein tolles Buch, ich werde mir sogleich den dritten Band besorgen und schauen, wie es weitergeht. Eine Kaufempfehlung bekommen Krimi- und Trillerfans, die es durchaus ein bisschen brutaler mögen, aber auch an der polizeilichen Arbeit interessiert sind.

 

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