JP Delaney

Tot bist du perfekt

23.04.2022

 

429 Seiten, Penguin

Rezension:

 

Gleich zu Beginn des Buches werden wichtige ethische Fragen aufgeworfen. Und hier stellt sich für mich schon das erste Problem dar: Ich kann diese Fragen hier nicht schreiben, wenn ich nicht spoilern möchte. Überhaupt wird es aus diesem Grund sehr schwierig werden, dieses Buch zu rezensieren. Aber eines kann ich gleich sagen: Es hat mir unheimlich gut gefallen und ich finde den Schreibstil des Autors phänomenal.

Diese Geschichte hat mir ständig Knoten im Kopf beschert und das meine ich sehr positiv. Ständig habe ich darüber nachgedacht, was möglich wäre und welche Folgen dies hätte. Dazu kommt wieder das herrliche Spiel mit den Erzählperspektiven, es wechselt vom "Du" zum "Wir" und am Ende macht alles Sinn - und trotzdem habe ich es nicht kommen sehen.

Ganz wohldosiert kommt man hinter die Geheimnisse der Figuren und erlebt als Leser ihre Entwicklung deutlich mit.

Das Ende ist wieder mal perfekt, ich hätte mir kein besseres gewünscht. 

 

Insgesamt ist es ein ganz besonderer Thriller, abseits vom Einheitsbrei. Ein faszinierender Aufbau und ein toller Autor, der mit Schreibregeln  spielt und sie wunderbar an sein Werk anpasst. 

 

Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung für Thrillerfans.

 

 

Klappentext:

Du gehörst uns

4.4.2022

 

338 Seiten, Taschenbuch, Penguin

 

 

Klappentext:

Sie haben dein Kind. Doch du hast ihres.

Es ist der Albtraum aller Eltern: Als Pete Riley eines Morgens die Tür öffnet, steht vor ihm ein Mann, der seinem zweijährigen Sohn Theo wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Was Miles Lambert ihm offenbart, bringt Petes Welt ins Wanken: Die Söhne der beiden Familien sind nach der Geburt vertauscht worden, Miles und seine Frau sind Theos biologische Eltern. Nach dem ersten Schock beschließen die beiden Paare, die Kinder nicht aus ihren Familien zu reißen. Sie wollen gemeinsam einen Weg finden, am Leben ihres jeweils leiblichen Sohnes teilzuhaben. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Familien unterschiedlicher nicht sein könnten. Pete traut der heilen Welt im Hause Lambert immer weniger. Dann bringt eine Klage gegen das Krankenhaus, in dem der Fehler passiert ist, Verstörendes ans Tageslicht …

Rezension:

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Gleich vorweg: Dieses Buch ist mein bisheriges Jahreshighlight, weil ich einfach von dem Aufbau und der Art zu schreiben sehr beeindruckt bin. Delaney spielt ziemlich raffiniert mit den Perspektiven und Zeiten, außerdem wird das ganze Buch immer wieder von Chatverläufen und Akteneinträgen aufgelockert. All das erscheint auf den ersten Blick sinnlos, führt den Leser aber ganz geschickt in die richtige Richtung. Dieser Schreibstil hat mir sehr gefallen und hat für ordentliches Mitfiebern beim Lesen gesorgt.

Die Idee der Geschichte finde ich toll und die Spannung flacht überhaupt nicht ab, im Gegenteil.

Die Figuren sind sehr eindrücklich und anschaulich, sie sind sympathisch, an den Stellen, an denen sie es sein sollen oder wecken negative Gefühle, wenn dies gerade passend ist. Auf jeden Fall sind sie unverwechselbar und ich war beim Lesen voll bei ihnen.

Das Ende finde ich nahezu perfekt, ich war selten am Schluss eines Buches so zufrieden mit dem Ausgang.

Insgesamt war es ganz großer Lesegenuss und ich finde, dies ist wirkliche Schreibkunst. Von mir gibt es eine dicke Leseempfehlung für Thrillerfans.

 

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