Andrea Reinhardt

Schweigende Seele

12.12.2021

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Der dreizehnjährige Ben wird entführt und seine Schwester Lisa gibt sich die Schuld daran, weil es nach einem Streit passiert ist. Nach zwei Jahren taucht er plötzlich wieder auf, traumatisiert und verwirrt. Lisa ist sein einziger Halt für seine verletzte Seele, aber das Drama ist noch nicht vorbei.

 

Dass ich ein großer Fan von Andrea Reinhardt bin, ist ja bekannt und auch dieses Mal hat sie sich wieder selbst übertroffen. Das Buch ist so spannend geschrieben, dass ich mein Herzklopfen beim Lesen deutlich spüren konnte und das Buch mich bis in meine Träume verfolgt hat.

Der Schreibstil ist rasant und fesselnd wie immer.

Das Ende ist spektakulär, vor allem, weil es mitten im Buch schon zu ende hätte sein können. Alles schien aufgeklärt, aber es waren noch viele Seiten übrig, bei mir stapelten sich die Fragezechen im Kopf.

Nun ja, und dann ging es eigentlich erst richtig los und ich wurde gezwungen, das Buch schnellstmöglich durchzulesen. Mehrmals war ich mir sicher, auf der richtigen Spur zu sein, lag aber oft falsch oder nur in Teilen richtig.

 

Es hat mich wirklich erschüttert, wie sehr man eine menschliche Seele zerstören kann, und das trifft hier nicht nur auf den Täter oder die Täterin zu, sondern auf ganz viele der Figuren. Eine Kindheit mit alkoholsüchtigen oder seelisch erkrankten Eltern richtet eine Menge Schaden an und das ist leider keine Fiktion. Die Autorin hat diese Thematik hier auf beeindruckende Weise in ihrem Buch verarbeitet.

 

Die Charaktere sind interessant und gut erkennbar dargestellt, ihre seelischen Schmerzen waren zeitweise wirklich greifbar und ich wusste oft nicht, ob ich sie hassen oder mitleiden sollte, Schuld ist eben kein so einfach zu greifendes Konstrukt.

Ich bin beeindruckt von diesem Thriller und wirklich froh, dass er fiktiv ist. Manche kruden Gedanken und Handlungen waren schwer zu ertragen, aber unglaublich spannend zu lesen.

 

Wer Thriller mag, wird dieses Buch lieben, meine Empfehlung habt ihr definitiv.

Klappentext:

Gefährliche Angst

28.10.2021

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Quelle: Amazon

Nur selten haben die Worte „Wenn deine schlimmsten Träume wahr werden ...“ eine so große Bedeutung wie in diesem Buch. Von seinem letzten Fall hat Ermittler Marcel Schweißer sich gut erholt, er hat eine neue Freundin und seine Schwester will ihn zum Patenonkel sowie Trauzeugen machen.

Alles in Butter also, wären da nicht die Toten, die sich häufen und ihn als Polizist und als Privatmensch an seine Grenzen bringen.

Schnell zeigt sich, dass viele der Opfer mit einem Schlaflabor in Verbindung zu stehen scheinen und auch der Mörder selbst meldet sich in einem eigenen Erzählstrang zu Wort. Seinen Namen verrät er natürlich nicht und so gelingt es Andrea Reinhardt wieder mal, eine Spannung aufzubauen, die den Leser durch das Buch treibt.

Die Thematik fand ich nicht ganz so interessant und schockierend wie im ersten Teil der Schweißer-Reihe „Verdorbene Brut“, dennoch aber spannend und innovativ. Außerdem ist dieses Buch noch verwirrender und bis zum Schluss völlig undurchschaubar, es punktet demnach wieder sehr und hat mich wunderbar unterhalten.

Um beim Ende zu bleiben: Ich habe es überhaupt nicht kommen sehen und die Geschichte ist toll zum Abschluss gebracht. Es bleiben keine Fragen offen (na ja, von der Frage mal abgesehen, wie Menschen überhaupt in der Lage sein können, solche Grausamkeiten zu vollbringen) und das Ganze endet logisch.

Der Schreibstil ist wieder sehr gut zu lesen, ich kam an keiner Stelle ins Stocken oder bin über unnötige Längen gestolpert. Sehr gut gefallen hat es mir, immer mal wieder von dem großen, bösartigen Unbekannten in seine Denkweise mitgenommen zu werden.

Auch die Ausgestaltung der weiteren Figuren ist der Autorin gut gelungen, sie wirken authentisch und gerade von Herrn Schweißer würde ich gerne noch mehr lesen. Sollte es irgendwann einen weiteren Folgeband geben: Ich bin dabei.

Ich finde, Andrea Reinhardt hat genau die richtige Dosis Privatleben des Ermittlers in das Buch gebracht, um mit ihm mitzufiebern, ihn zu kennen und zu mögen. Andererseits ist und bleibt es ein Kriminalfall und der spielt die Hauptrolle.

 

Cover und inhaltliche Atmosphäre passen gut zueinander, die Stimmung ist nicht ganz so düster und unheilvoll, auch wenn Vieles im Land der Alpträume spielt, aber trotzdem passend für einen Thriller. Des weiteren passt die Gestaltung des Covers dieses Buches zu dem des ersten Bandes, es lässt sich gut erkennen, dass beide zu einer Reihe gehören. Die Fälle an sich sind jedoch abgeschlossen und man könnte auch beide Bücher unabhängig voneinander lesen. Aber warum sollte man nur ein Buch lesen, wenn man zwei tolle Thriller zwischen die Finger bekommen kann ;-)

 

Zusammenfassend ist dies also wieder ein Buch, das ich Fans von nervenaufreibender Spannung und ungewöhnlicher Thematik gerne ans Herz lege, ich sehe keinen Grund, warum man dieses Buch nicht lesen sollte.

Verdorbene Brut

17.10.2021

Quelle: Amazon

Was für ein bescheidener Tag für Lena Hader. Erst trennt sich ihr Freund von ihr und als sie Trost bei einer Freundin suchen will, findet sie stattdessen ein schwerverletztes Kind. Damit gerät sie in eine düstere, rasante Geschichte um tote Kinder, mysteriöse Eltern und ganz viel seelische Grausamkeit. Das Kind,Marie, steht unter Schock und wiederholt immer nur wieder die gleichen lateinischen Worte, irgendein Prophet scheint eine Rolle zu spielen und dann ist da noch das rote Kinderfahrrad.

Irgendwie scheint alles zusammenzuhängen, aber wie genau, ist den Ermittlern ein Rätsel.

 

Die Thematik dieses Thrillers ist harter Tobak, es geht um die seelische und körperliche Misshandlung von Kindern und wenn die körperlichen Taten auch nicht bis ins kleinste Detail beschrieben werden, die seelischen schon und das hat mich betroffen gemacht. Das wiederum spricht sehr für die Geschichte von Andrea Reinhardt, sie konnte mich voll in ihren Bann ziehen.

Es hat ein paar Seiten gedauert, bis ich mir eine Übersicht über die Figuren verschafft hatte, aber nach dem Kennenlernen haben sie schnell an Tiefe gewonnen.

Hilfreich ist die Kapiteleinteilung und es ist definitiv sinnvoll, die Jahreszahl in der Überschrift zu beachten: Das Buch spielt in verschiedenen Jahrzehnten und die Zusammenhänge werden erst später klar.

Lena ist eine starke Frau, die sich nicht mit einer abwartenden Mäuschenrolle zufrieden gibt. Sie glaubt, Maria helfen zu können und setzt sich dafür auch über Regeln hinweg, aber ob sie auf der richtigen Fährte ist, zeigt sich lange Zeit nicht. Als Leserin hatte ich relativ schnell eine Vermutung bezüglich des Täters und ich glaube, das war von der Autorin durchaus so gewollt. Das ganze Ausmaß habe ich allerdings erst am Ende durchschaut, es hat meine Erwartungen übertroffen und genauso soll es sein.

Das Ende insgesamt ist leider toll – leider, weil ich es mir anders gewünscht hätte und toll, weil es nun mal so sein sollte und wunderbar zu der Geschichte passt.

 

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und es gab nichts, was sich unverständlich dargestellt hätte.

 

Die Stimmung des Buches ist düster, sie wird zwar immer wieder durch die Dialoge der Figuren aufgelockert, bleibt aber trotzdem zur Thematik passend, gerade das hat mir sehr gut gefallen.

 

Im Nachhinein sind mir durchaus auch Eigenarten an Figuren aufgefallen, die erst zum Ende wirklich ins Bild passten und ein anderes Licht darauf warfen, aber Näheres kann ich dazu natürlich nicht sagen.

 

Auch das Cover vermittelt eine unheilvolle Stimmung, es zeigt das liegende, blutrote Kinderfahrrad und man kann erahnen, dass dies nichts Gutes zu bedeuten hat.

 

Insgesamt hat mich dieser Thriller voll überzeugt, ich habe keine Kritikpunkte und empfehle es gerne weiter. Und meine Wunschleseliste hat sich damit mal wieder um die ganzen restlichen Bücher von Andrea Reinhardt erweitert :-)

Audio-Rezension

Hier findet ihr wieder eine gesprochene Variante meiner Rezension. Wie immer gilt: Anderer Text als oben, aber die gleiche Aussage ;-)

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Audiorezension: Andrea Reinhardt, Verdorbene Brut
Audio 2 Andrea Reinhardt Verdorbene Brut[...]
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