Interview mit Jan Kerscher

Einer der Hauptcharaktere der Serie "Ashuan" von Janna Ruth

 

Hallo Jan, schön, dass du Zeit und Lust für dieses Interview hast. Ich habe schon ein bisschen von dir gehört, meine Leser aber unter Umständen noch nicht. Erzähle doch erst mal ein bisschen von dir.

 

Hey, wie läuft's? Was willst du denn über mich hören? Wo ich angeblich alles in den Wind schieße oder wer ich wirklich bin?

 

Na ja, die Gerüchte über dich kenne ich. Du bist ein notorischer Schulschwänzer und hälst mit deiner Meinung nicht hinter dem Berg. Alkohol magst du auch lieber, als zu lernen. Das ist, was ich gehört habe. Mich interessiert die Geschichte dahinter. Wer ist Jan wirklich? Und warum bist du, wie du bist?

 

Gibt's irgendjemanden, der lieber lernt als mit Freunden trinken geht? Aber ich muss dich enttäuschen, bei mir gibt's keine tragische Sob-Story. Ich finde die Schule nur unwahrscheinlich langweilig und habe lieber Spaß mit meinen Freunden. Aber verklicker das mal den Alten.

 

Kaum jemand lernt gerne, aber andere machen es eben, auch wenn sie keine Lust dazu haben, Samantha zum Beispiel. Sicherlich spielen Eltern dabei eine große Rolle. Deine haben da andere Ansichten als du?

 

O Gott, vergleichst du mich gerade echt mit unserer Jahrgangsbesten? *amüsiert*

Du bist ja fast so schlimm wie meine Eltern. Die vergleichen mich immer mit meiner kleinen Schwester.

 

Ist deine kleine Schwester denn auch so eine Streberin? Keine, mit der man auch mal feiern könnte?

 

Anne ist echt eine Streberin und die absolute Musterschülerin. Wenigstens ein Kind, das ordentlich geworden ist.

 

Meinst du, deine Eltern haben Anne lieber als dich?

 

Ob ich das meine? Die waren froh, als sie endlich ein einfaches Kind bekommen haben. Also ja, definitiv. Anne ist ihr kleiner Liebling, der nichts falsch machen kann.

 

Und im Gegensatz dazu machst du viele Dinge falsch? Sehen das nur deine Eltern so, oder du auch?

 

*zuckt die Schultern*

Ich pass' halt nicht in deren Wunschvorstellung. Aber mir soll's recht sein. Ich habe meinen Spaß und gute Freunde. Das reicht völlig.

 

Mit deinen Freunden schlitterst du ja manchmal in heikle Abenteuer. Da war eine Geschichte mit einem schwarzen Mann, was da los?

 

Frag mich nicht! Ich hab's selbst kaum geschnallt. Wir wollten eigentlich nur so ein kleines Ding drehen, eine Überraschung für die Lehrer morgen planen, aber dann kamen plötzlich alle Schüler in die Schule und waren wie verhext. Meine Freunde habe ich aus den Augen verloren, aber ich bin auf Fabian und seine Mädels gestoßen. Keine Ahnung, was die in der Schule wollten, aber die waren normal. Wenn du mich fragst, war wieder irgendein Monster in der Stadt unterwegs.

 

Irgendein Monster? Gab es das schon mal in Grünthal?

 

Ständig! Wenn du wüsstest, was hier alles kreucht und fleucht. Aber mir glaubt ja keiner, dabei hat mich sogar schon mal eins angegriffen.

 

Echt? Das klingt schon ziemlich bizarr, kaum ein Mensch glaubt an Monster. Und es hat dich wirklich angegriffen? Wie sah es denn aus, und was wollte es von dir?

 

Oh, es war riesig und ich keine acht Jahre alt. Gefühlt bestand es nur aus Klauen und Zähnen.

*krempelt den Ärmel seines Shirts hoch und entblößt einige längliche Narben am Oberarm*

Da hat es mich getroffen.

 

Oha, das sieht ja wirklich übel aus. Aber wenn du sogar Verletzungen davon getragen hast, wieso hat dir dann keiner geglaubt? Was haben denn deine Eltern dazu gesagt?

 

Dass es keine Monster gibt. Ich glaube, die suchen immer noch nach einer überdimensionalisierten Katze.

 

*lacht*

Entschuldige, ich will dich nicht auslachen, ich habe mir nur gerade die Suche nach der Katze vorgestellt. Kaum zu glauben, dass dein Umfeld da so ignorant reagiert hat, trotz blutiger Beweise. Wie hast du es denn geschafft, dich aus den Klauen des Monsters zu befreien?

 

Glück im Unglück. So 'ne alte Tante kam und hat irgendsoeinen Schutzzauber gewirkt. Dann hat die das Monster fertig gemacht. War ziemlich cool, aber hat meine Eltern natürlich angelogen, als sie mich heimgebracht hat.

 

In Grünthal scheint es ja einige Dinge zu geben, die irgendwie übernatürlich sind. Soweit ich weiß, beherrscht du aber keine Magie. Frustriert dich das?

 

Nö, das ist schon okay. Ich weiß, was ich weiß und das reicht mir. Zuhause habe ich ein paar Hilfsmittel. Schutzkristalle und so'n Zeug. Mein Vater hält es für Geldverschwendung.

 

Also gibt es in Grünthal einen Teil der Einwohner, der magisch begabt ist oder zumindest davon weiß, und der Rest ist völlig ahnungslos?

 

Jup, die meisten sind blinde Hirnis, die lieber damit beschäftigt sind, ob sie auch ja brav in die Gesellschaft passen. Denen passt Magie natürlich gar nicht in den Kram.

 

Anpassung liegt dir nicht so, oder?

 

Wäre die Welt nicht furchtbar öde, wenn wir alle angepasst wären?

 

Das stimmt, ein bisschen Querulantentum macht die Welt bunter. Ich finde deine Sicht der Welt total spannend und würde mich gerne noch länger mit dir unterhalten. Aber das würde leider den Rahmen sprengen, du weißt wahrscheinlich selbst, dass längere Texte ungerne gelesen werden. Zum Abschluss würde ich gerne von dir wissen, was du dir für deine Zukunft wünschst, und ob es irgendwas gibt, was du dem Rest der Welt noch unbedingt mitteilen möchtest.

 

Ich lasse die Zukunft einfach auf mich zukommen. Irgendwas wird schon passen. Und der Rest der Welt - ganz ehrlich - ist mir ziemlich egal im Moment.

 

Dann wünsche ich dir, dass sich deine Zukunft positiv entwickelt und du langfristig zufrieden bist, wie auch immer. Ich danke dir für deine Zeit, und werde Grünthal ganz sicher im Auge behalten.

 

Halt die Ohren steif!

 

 

Ein ebensolcher Dank geht auch an die Autorin Janna Ruth, die den Kontakt zu Jan Kerscher hergestellt hat. Wenn ihr ebenso gespannt seid auf "Ashuan" wie ich, freut Euch auf den 6.7.2018, dann erscheint nämlich der erste Band. Nähere Informationen bekommt ihr bei der Autorin selbst: https://www.janna-ruth.com/

 

 

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