Vielen Dank für die Idee, das Ganze hat doch sehr zum Nachdenken angeregt und Spaß gemacht.
01 Die Lieblingsbücher meiner Eltern?
Meine Eltern sowie der Rest meiner Familie sind keine wirklichen Vielleser, dass man ein Buch beinahe überall hin mitnehmen und lesen kann, sehen sie wohl anders als ich. In dem Fall ist der Apfel vielleicht ein bisschen weiter vom Baum gekullert.
Beide haben neben Arbeit, Familie, Haus und Garten ehrenamtliche Tätigkeiten, die wenig Raum für Literatur lassen und greifen dann zwischendurch mehr zu Zeitschriften oder dergleichen. Wenn ich meine Eltern mal mit einem Buch erwische, meistens im Urlaub, dann sind es bei meiner Mama eher Familiengeschichten oder humorvolle Romane, bei meinem Papa zum Beispiel Biographien.
02 Ich führe einen typischen Buchblog, weil…
Inhaltlich typisch sind die Rezensionen zu Büchern, die den größten Teil meiner Artikel ausmachen. Die anderen Texte drehen sich ebenfalls vorrangig um Literatur und Menschen, die damit in irgendeiner Form zu tun haben, auch das ist sicherlich typisch. Und ich, als Verfasserin dieser Texte, wohl ebenso: Ich liebe Bücher, lese gerne, viel und mag es, mich darüber zu unterhalten. Rezensionen zu schreiben bedeutet für mich, das Gelesene nochmal Revue passieren zu lassen, über die Texte und deren Aussage nachzudenken und auch, meine Favoriten anderen zu empfehlen. Alles natürlich immer subjektiv, ganz typisch also.
03 Ich bin anders als die Blogs, die ich gern lese, weil…
Gerade bei jüngeren Buchbloggern sehe ich häufig sehr bunte Seiten, viele Fantasyromane und eine dynamische Startseite. Dies wollte ich so für mich nicht. Mein Blog hat eine statische Startseite, auf der ich Orientierung bieten möchte, phantastische Literatur bildet nur einen kleinen Teil meiner besprochenen Bücher und das Ganze ist auf jeden Fall sehr textlastig und ohne Bling-Bling. Außerdem habe ich meine Buchtitel analog zu meinem realen Haus in Räume sortiert (zugegeben, meine echten Thriller stehen nicht im Keller, sondern auch im Wohnzimmer, aber im Blog bot sich das Untergeschoss so schön an). Ich weigere mich ausserdem, eine Sternchen-, Punkte- oder sonstwie Bewertung zu erstellen, Zahlen verstehe ich nicht und sind in meinen Augen auch nicht aussagekräftig.
Untypisch mag auch sein, dass ich meine Themen gelegentlich ein bisschen über die Literatur ausweite, zum Beispiel bei dem Artikel über meine Ansichten zu der Flüchtlingsthematik. Aber das werden sicherlich einige wenige Ausreißer bleiben, weil sie mich gerade sehr beschäftigen, generell bleibe ich lieber ganz typisch.
04 Am Bloggen überrascht mich / beim Bloggen habe ich gelernt, dass…
viel schreiben zu besseren Texten führt. Wenn ich meine ersten Rezensionen lese (die eigentlich ja noch gar nicht so alt sind), juckt es manchmal sehr in meinen Fingern und ich würde sie am liebsten komplett umformulieren. Mache ich aber nicht, weil ein Blog auch sehr schön eine persönliche Entwicklung aufzeigen kann. Die Artikel sind schließlich ein Teil von mir, meine Vergangenheit gehört dazu.
Außerdem habe ich gelernt, geduldig zu sein, es dauert, bis man Leser gewinnt und manche Artikel, in die ich sehr viel Energie gesteckt haben, interessieren immer noch niemanden. Damit umzugehen ist ein Lernprozess und klappt nicht immer.
Ich freue mich sehr über jeden neuen Leser über die sozialen Netzwerke, gebe mir mittlerweile aber Mühe, nicht mehr soviel Gewicht darauf zu legen, sondern einfach mein Ding durchzuziehen. Auslöser dafür war ein Aufruf auf Facebook, in einer bestimmten Gruppe den Link zur eigenen Facebookseite zu posten. Sonst nichts, keine weiteren Informationen zum Blog o.ä. Diese Aktion hat mir mehr Likes gebracht, als alles andere vorher...aber kaum jemand war wirklich auf meiner Website und hat einen Artikel gelesen. An dem Abend habe ich gemerkt, dass eine reine Zahl an Followern gar nichts über aussagt, wie schon gesagt, mit Zahlen habe ich es nicht sonderlich.
Trotzdem mag ich Twitter und Co., hier gibt es einfach die besten Möglichkeiten an "buchige" Informationen zu kommen, außerdem hoffe ich ja tatsächlich immer noch, dass der größere Teil der folgende Leser auch tatsächliche Leser sind (wenigstens ab und zu).
05 Helfen Amazon-Rezensionen? Wobei? Wie?
Mir als Rezensentin helfen sie nicht, ich stelle dort auch nur Rezensionen ein, wenn es explizit gewünscht wird, oder ich ein Buch unbedingt empfehlen will, weil es zum Beipiel keinen Verlag in der Hinterhand hat. Als Leser ist Amazon für mich eine große, relativ gute Suchmaschine für Bücher, in dem Fall lese ich auch die Rezensionen (und überlege danach, ob und wo ich das Buch kaufen möchte). Dabei können auch durchaus Negativ-Rezensionen ein Kaufanreiz sein, es kann ja vorkommen, dass gerade die kritisierten Punkte solche sind, die mir gefallen könnten.
06 Hilft Literaturkritik in Zeitungen und Magazinen? Wobei? Wie?
Sie bieten Information, machen unter Umständen auf Bücher aufmerksam, die mir sonst entgangen wären, sind aber nicht vorrangig an Kaufentscheidungen beteiligt. Solche Magazine dienen in erster Linie der Unterhaltung und ein bisschen auch dem Lernen: ich mag es, wenn Kritiken gut und einprägsam, vielleicht sogar innovativ geschrieben wurden und nehme sicherlich das ein oder andere davon auf.
07 Helfen Blogs? Wobei? Wie? Wem?
Blogs haben eine ähnliche Funktion wie Magazine und Zeitschriften, es macht Spaß, darin zu stöbern und zu überlegen, ob ich bestimmte Aspekte bei mir auch aufnehmen möchte oder, ganz im Gegenteil, gerade nicht.
08 Wahr oder falsch: “Ich blogge vor allem, weil ich mich über Bücher austauschen will und im persönlichen Umfeld nicht genug Menschen habe, mit denen ich das könnte.”
Teilweise wahr. Der Hauptgrund ist jedoch, weil ich schreiben will und dieses ein Thema ist, bei dem mir das Schreiben leicht fällt und Spaß macht.
09 Mein persönlicher Geschmack und meine Prinzipien beim Lesen und Bewerten:
Ich mag es, wenn der Schreibstil schön ist, wenn er besonders und die Sprache bildreich ist und mich packt. Schafft es ein Autor, mich voll und ganz in seine Welt zu entführen, hat er eigentlich schon gewonnen.
Die Protagonisten müssen plastisch erscheinen, ich will sie kennenlernen und ihre Beweggründe nachvollziehen können. Das heißt nicht, dass ich die Figuren unbedingt mögen muss, ihre Gründe teile oder die gleichen Werte vertrete. Aber ich muss sie verstehen können. Meine Lieblingsprotagonisten sind nicht klar einer guten öder bösen Seite zuzuordnen, sie sind, ähnlich wie Robin Hood, eigentlich die Guten, machen aber trotzdem Dinge, die nicht gesellschaftlich konform sind. Meinetwegen kann es da auch schonmal ein bisschen blutig oder brutal zugehen, nicht umsonst treibe ich mich am liebsten im Thrillerbreich herum.
Ich gebe mir immer Mühe, dass Werk eines Autors wertzuschätzen, nur weil mir ein Buch nicht gefällt, heißt es noch lange nicht, dass es schlecht ist, nur eben einfach nicht mein Geschmack. Deswegen versuche ich immer so objektiv wie möglich zu begründen, was genau ich nicht mochte und umgekehrt. Zugegebernmaßen gibt es sowieso nur sehr wenig Bücher, die ein absoluter Fehlgriff waren. Entweder hatte ich bisher immer Glück, oder mittlerweile ein ganz gutes Händchen bei der Auswahl meiner Lektüre.
10 Wer liest mich? Habe ich eine Zielgruppe?
Ich habe keine Ahnung... meine Zielgruppe sind Leser aller möglichen Bereiche und ich hoffe einfach, sie mit den passenden Texten auch erreichen zu können.
11 Habe ich Vorbilder?
Es gibt soviele Menschen, die wunderbare Texte verfassen, ich kann keine speziellen herausheben, aber jeder für sich ist natürlich ein Vorbild für mich.
12 Welche Ratschläge würde ich meinem früheren Lese-Ich geben? Kann man lernen, Bücher besser auszusuchen, zu entdecken und zu genießen? Wie?
Ich glaube, man sollte immer offen für Neues bleiben, nicht nur auf eingetretenen Lieblingspfaden lesen, sondern sich immer mal wieder an unbekannte Genres herantrauen. Auch Self-Publisher sollte man im Auge behalten, ich habe unter ihnen schon manches Schätzchjen entdeckt. Dafür musste ich allerdings auch erstmal alte Vorurteile über Bord werfen: nur weil man keinen etablierten Verlag gefunden hat (oder gar nicht finden wollte), heißt es noch lange nicht, dass das Buch schlecht ist. Vielleicht entspricht es nur nicht dem ganz dem Mainstream, ist deswegen aber gerade interessant.
13 “Verlage brauchen mich für PR. Sie brauchen mich mehr, als ich sie brauche” …oder “Toll! Autoren und Presseabteilungen suchen Kontakt und bieten mir Bücher an. Was für ein Glück!”
Letzteres. Ich denke nicht, dass PR-Agenturen und Verlage gerade mich brauchen, es gibt genug andere Blogs mit viel größerer Reichweite. Umso mehr freue ich mich, wenn ich von Menschen angesprochen werde, die möchten, dass ich ihr Werk rezensiere, gibt es mir doch ein bisschen das Gefühl, dass es richtig ist, was ich mache.
14 Was soll sich tun in meinem Blog und in meinem Leser-/Schreiber-Leben in den nächsten fünf Jahren:
Eine beständige Weiterentwicklung in allen Bereichen.
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Bei wieviel Prozent der Bücher, die ich gelesen habe, denke ich danach: Mist. Ich wünschte, ich hätte das nie gelesen…?
Ich kann mich nicht erinneren, dass mir jemals nach dem (vollständigen) Lesen eines Buches dieser Gedanke gekommen ist.
Oder doch: als Jugendliche, als ich die ersten Romane Stephen Kings gelesen habe, danach zitternd in meinem Kinderzimmer unter der Decke lag und andauernd komische Gräusche gehört habe. Wahrscheinlich hat mich das so abgehärtet, dass mich Bücher heute nicht mehr schockieren können ;-) (mein Horror-Konsum hat sich allerdings auch drastisch reduziert).
Zum Vervollständigen:
“Das neue literarische Quartett…”
werde ich mir eventuell ansehen, mein Fernseher führt jedoch ein trauriges Dasein bei mir, kann sein, dass ich es vergesse.
“Auf der Buchmesse…”
werde ich leider erst im Frühling in Leipzig sein.
“Ich bin sehr überraschend und unerwartet auf ein gutes Buch gestoßen. Und zwar…”
auf mehrere Bücher, von Self-Publishern geschrieben.
Übrigens mag ich, genau wie der Ersteller der Fragen, sehr gerne Umfragen und Co., ich habe drei verschiedene für Buchmenschen aller Art erstellt und hätte gerne noch Mitstreiter, hier :-)